Am Hafen der norwegischen Kleinstadt Åndalsnes ragt ein ungewöhnliches Gebäude aus der heterogenen Bebauung hervor. Das neue Bergsportzentrum tritt mit seinem skulpturalen Baukörper in Dialog mit den Gebirgszügen des Romsdalfjords. Es wirkt wie die abstrahierte Form eines Felsens. Dies unterstreicht die Aluminiumhülle in Bronze- und Silbertönen: Die hellen Platten, die sich an der Spitze verdichten, lassen an die umliegenden verschneiten Gipfel denken. Mit dem 30 m hohen Turm bildet das expressive Gebäude eine weithin sichtbare Landmarke. Zwischen dem Bahnhof und dem Anleger für Kreuzfahrtschiffe gelegen, ist es ein einladender Ort für Touristen und zugleich Treffpunkt für Bergbegeisterte aus der Region. Die ungewöhnlich geschnittene Kubatur aus Flachbau und Turm vereint mehrere Funktionen: ein Besucherzentrum, Büroräume und Indoor-Kletterwände. Mit dem Foyer und dem verglasten Restaurantbereich öffnet sich das Haus zu Vorplatz und Terrasse. Im introvertierten Obergeschoss befindet sich die Bibliothek und eine interaktive Ausstellung zur Geschichte des Bergsteigens in Norwegen. Herzstück des Hauses ist die große Kletterhalle mit 60 verschiedenen Routen für Einsteiger und Profis. Das Gebäude ist als Stahlbau realisiert, der Flachbau in Skelettbauweise, der Turm als Fachwerkkonstruktion. Als homogene Haut überziehen die 50 ≈ 50 cm großen Aluminiumplatten schindelartig beide Bauteile. Spielerisch sind rautenförmige Fensteröffnungen in die Hülle integriert. Vorgefertigte Systemdach-Verbundelemente mit Spannweiten von 16 m ermöglichten eine schnelle Montage. Für die Geschossdecken wurden Hohlkörperelemente als ebenfalls vorgefertigte Teile verwendet. Die Gründung im Hafenbecken war aufwendig: 92 Stahlbetonpfähle mit einer Höhe von 20 m tragen die Bodenplatte. Der Neubau bietet nicht nur kommunikative Räume in Ortsmitte, er soll auch die Entwicklung des Bergtourismus fördern; so werden hier Wander- und Kletterwege der Umgebung vorgestellt.