Das Klagen über Auftraggeber, über Kosten und damit über die Einschränkung der eigenen »Kreativität« zählt mittlerweile zum guten Ton innerhalb der Architektenschaft. Manche Vertreter unseres Berufstandes haben sich zu Experten entwickelt, wenn es darum geht, auch die Medien für ihre Beschwerden zu instrumentalisieren. Da heißt es erklärend, ein Projekt sei so bescheiden ausgefallen, weil zuwenig Geld für die Architektur vorhanden gewesen sei. Unserer Meinung nach beruht ein solcher Erklärungsnotstand auf einem elementaren Missverständnis über die Rolle der Architekten im Planungs- und Bauprozess. Vor dem kostengünstigen Bauen kommt zuerst die Kostenkontrolle. Schon da gilt es die Hausaufgaben zu machen, bevor überhaupt das Sparpotenzial selbst geortet werden kann. Denkt man dagegen die Sache mit dem »zu wenigen Geld« zu Ende, bleiben eigentlich nur zwei Berufsperspektiven übrig: Einmal reduziert der Architekt seine Aufgabe auf die eines simplen Fassadendekorateurs oder er wird zum »Medienstar«, den sich Investoren leisten, um rascher und damit kostengünstiger eine Baugenehmigung zu erhalten.