The Royal Borough of Greenwich ist ein Stadtbezirk im Südosten von London, wo früher das Zentrum der britischen Marine angesiedelt war. Deren beeindruckende Bauten zählen heute zum Weltkulturerbe der Unesco. Bedeutsam ist auch die Sternwarte des Architekten Christopher Wren, die zweitälteste ihrer Art, durch die der Nullmeridian verläuft. Doch nicht alle Orte in Greenwich sind altehrwürdig und bedeutend. Es gibt auch vernachlässigte Gegenden mit einem hohen Anteil an sozialem Wohnungsbau. Diesen Bauten aus der Nachkriegszeit waren teilweise Garagen zugeordnet, die auf diversen kleinen Restgrundstücken im gesamten Bezirk verteilt lagen. Oft standen sie leer, verfielen und wandelten sich zu verwahrlosten Orten. Daher entschied die Gemeinde, die Flächen für kleine, eingeschossige Seniorenhäuser zu nutzen, auch mit dem Ziel, auf diese Weise größere Wohnungen für Familien frei zu bekommen. Insgesamt standen sechs Grundstücke unterschiedlicher Größe zur Verfügung, die mit einem einzigen additiv gereihten Haustyp bebaut werden sollten. 22 Wohnhäuser entstanden auf diese Weise. Die kleinste Anlage umfasst zwei Rücken an Rücken stehende Einheiten, die größte besteht aus sechs nebeneinander gereihten Häusern. Ein Tragwerk aus Holz mit hohem Vorfertigungsgrad verkürzte die Bauzeit und sparte Kosten. So konnte mehr Geld in die Ziegelfassaden investiert werden, die je nach Umgebung in changierendem Rot oder hellen Ockertönen gehalten sind. Charakteristisch für die Häuser sind ihre großen Oberlichter in den verzinkten Pultdächern. Sie verleihen den kleinen Bungalows eine starke Präsenz in ihrer Umgebung und spenden Licht, ohne Einblicke zuzulassen. Rücksprünge in den Fassaden markieren den Eingang. Dieser führt unmittelbar und schwellenlos in den Tagesbereich mit Essnische, Küchenzeile und Wohnzimmer. Der offene Grundriss lässt den Bewohnern viel Spielraum in der Nutzung. Beeindruckend ist die räumliche Wirkung, die durch das in zwei Richtungen unterschiedlich geneigte Dach erzielt wird. Dabei neigen sich die Dächer über Tages- und Schlafbereich genau gegensinnig. Das Schlafzimmer orientiert sich zu einem kleinen Garten. Ein weiterer, an der Straße liegender Raum kann flexibel genutzt werden. Die Fortbewegung im Rollstuhl ist dank der breiten Türen und Flure und des großen Bades problemlos möglich. Die Abmessungen übertreffen sogar die Regularien der Gemeinde für barrierefreies Bauen. Ihr war es ein großes Anliegen, in hochwertige Architektur zu investieren, die so attraktiv ist, dass alte Menschen gerne dorthin ziehen. So erklärt sich auch die üppige Fläche von 84 m2 pro Einheit, die ursprünglich für vier Personen gedacht war, derzeit meist aber nur von ein bis zwei Menschen bewohnt wird. Auch Nachhaltigkeit war ein Aspekt: Die Dächer sind mit Photovoltaikanlagen ausgestattet und die Fensterrahmen bestehen aus Holz.