Solarladestation Point.One in München

Der Entwurf für diese Produktserie einer Solartankstelle thematisiert die Synthese aus Natur und Technologie in der Gestalt eines Blattes, das bei Dunkelheit leuchtet. Der Auftrag beinhaltete nicht nur ein 3D-Entwurfsmodell, sondern auch ein Konzept für die Herstellung mit den 3-Achs-Laserschneidern des beteiligten Industriepartners. Er bot dem Team von LAVA und designtoproduction die Gelegenheit ein Projekt zu realisieren, bei dem die Maschinendaten für den Zuschnitt der Bauteile direkt aus ihrem parametrischen 3D-Modell ausgelesen werden können. Die Planer entwickelten die Konstruktion einer Gitterschale, die am dünnen Rand einschalig ist und sich zur Feldmitte hin, wo die Spannungen größer sind, in eine Doppelschale aufweitet. Da die Gesamtform asymmetrisch ist und sich der Abstand der oberen von der unteren Lage der Doppelschale kontinuierlich verändert, ergeben sich 2000 Einzelteile mit jeweils individueller Geometrie. Um jedes einzelne Bauteil und die Gesamtform exakt darstellen zu können, schrieben sie ein Programm, das unter anderem Stücklisten und 3D-Zeichnungen generiert. Das gesamte Tragwerk ist auf der Basis eines Standardknotens als Stecksystem entwickelt. Die Stöße sind gezinkt. So ist eine hohe Kraftübertragung zwischen den zusammengesteckten und verschraubten Bauteilen genauso gewährleistet wie eine eindeutige Zuordnung auf der Baustelle und maximale Präzision bei der Montage. Um die Freiformfläche zu erzeugen, werden die 3 mm starken Aluminiumbleche von Hand elastisch verformt und durch das Aufsetzen der Knoten-Kopfplatten fixiert. Die bei der manuellen Montage praktizierbaren minimalen Biegeradien und Toleranzen wurden vorab in Versuchsreihen ermittelt und als Parameter in das 3D-Modell integriert. Um den Sockel des Aluminiumdachs für die erforderlichen Anpralllasten durch Autos zu verstärken, sind dort als Verbindung mit der Bodenplatte unsichtbar Edelstahlbleche integriert. Wenn mehrere der Dächer zusammengeschlossen werden, kann der Programmierer auf das gleiche 3D-Modell zurückgreifen, muss es allerdings auf den veränderten Lastfall hin adaptieren.