Magazin: Das Passivhaus: Auslauf- oder Exportmodell?

Vor 20 Jahren ließ eine Bauherrengemeinschaft in Darmstadt das erste Passivhaus errichten. Seither wurden die Energieverordnungen in der Architektur sukzessive verschärft, doch der Grenzwert für Passivhäuser ist gleich geblieben: 15 kWh Heizenergie je Quadratmeter und Jahr dürfen sie höchstens verbrauchen. Bis zu diesem Energiestandard, so die Überlegung, lassen sich Gebäude allein über die Zuluft temperieren und benötigen kein zusätzliches Heizsystem. Bei niedrigeren Dämmstandards wäre eine Zuluftheizung allein nicht mehr ausreichend, um ein komfortables Innenraumklima zu gewährleisten. Das Passivhaus Institut in Darmstadt schätzt die Zahl der weltweit errichteten Passivhäuser auf 17 500, davon allein 13 000 in Deutschland. Angesichts von rund 200 000 Wohneinheiten, die hierzulande jährlich fertiggestellt werden, ist sein Anteil an der Bautätigkeit also eher ideell denn wirklich spürbar. Doch das Passivhaus ist eine der Zielmarken geblieben, auf die sich die Baugesetzgebung mit ihren Grenzwerten für den Gebäude-Energiebedarf zubewegt.