Wohntürme in London

 - Sabine Drey

Rote und graue Ziegelfassaden verleihen den beiden Wohntürmen von Karakusevic Carson und David Chipperfield Architects in London ein solides Aussehen. Das ist kein Zufall, denn bei der Revitalisierung ihres Viertels wünschten sich die Bürger bodenständige Architektur statt Hochglanzfassaden. Die Hochhäuser sind Teil eines langfristigen städtebaulichen Konzepts zur Revitalisierung der Wohnanlage Colville Estate im Ostlondoner Stadtteil Hoxton. Im Masterplan sahen Karakusevic Architects vor, die 438 Bestandwohnungen der heruntergekommenen kommunalen Anlage aus den 1950er-Jahren durch 925 neue Wohneinheiten zu ersetzen. Anders als bei vergleichbaren Projekten konnten die Bewohner in bezahlbaren Wohneinheiten im Viertel bleiben und wurden sogar an der Planung beteiligt. Die Architekten konnten sie davon überzeugen, die beiden Türme mit teuren Eigentumswohnungen in das Wohnquartier zu integrieren, da diese die billigeren Einheiten im Viertel querfinanzieren. Gleichzeitig garantieren sie die gewünschte hohe Dichte, ohne dass die Anwohner auf Grünflächen verzichten müssen. Die offene Erdgeschosszone des grauen Turms mit öffentlichen Café- und Aufenthaltsbereichen ist zudem für die Bewohner des ganzen Viertels zugänglich.

Wohntürme in London