- Frank Kaltenbach
Das Areal der Textifabrik Fabra i Coats im Stadtteil San Andreu ist Teil eines Restrukturierungsprogrammes der Stadt Barcelona, das zahlreiche ehemalige innerstädtische Industriestandorte umfasst. In die weiten Backsteinhallen, wo einst Wolle gesponnen wurde, ist die Kreativszene eingezogen mit Veranstaltungsorten für Tanz, Musik und Multimedia. Der 100 m lange und 14 m breite zweigeschossige Riegel entlang der hohen Grundstücksmauer im Süden dient jetzt als Hülle für 46 Künstlerwohnungen und eine Trainingshalle für den katalanischen Nationalsport Castellets, bei dem die Mannschaften aus rund 20 Männern, Frauen und kleinen Kindern einen möglichst hohen Turm bilden. Ziel der Architekten war es den Charakter des Bestandsbaus möglichst originalgetreu zu erhalten. Die Umstrukturierungsmaßnahme sollte reversibel sein. Deshalb sind sämtliche Einbauten in Leichtbauweise errichtet, modular aufgebaut und selbsttragend, ohne direkt an den Bestand anzuschließen oder in ihn einzugreifen.
