Im Jahr 1896 plant der russische Ingenieur Wladimir G. Schuchow (1853 – 1939) den ersten hyperbolischen Gitterturm der Welt für die Allrussische Ausstellung in Nischni Nowgorod. Der filigrane, 25,6 m hohe Wasserturm mit einer Aussichtsplattform an der Spitze zählt zu den Höhepunkten der Ausstellung. Die internationale Fachpresse bewundert ihn aufgrund seiner damals einzigartigen Bauweise: Durch die Verdrehung der unteren und oberen Anschlusspunkte von 80 geraden Stäben wird ein einschaliges Hyperboloid aufgespannt. Das so generierte Raumtragwerk ist nicht nur statisch höchst effizient, sondern auch ökonomisch vorteilhaft, lässt es sich doch aus leichten und handelsüblichen Winkelprofilen überall schnell errichten. Darüber hinaus verfügen die filigranen und gespinstartigen Konstruktionen über eine Bildkraft, der man sich bis heute nur schwer entziehen kann.
