- Claudia Fuchs
In der heterogenen Bebauung der Rue Castagnary nahe der Gare Montparnasse zieht eine elegante Aluminiumfassade die Blicke auf sich. Der Neubau mit zehn Sozialwohnungen fügt sich nicht nur hinsichtlich des Maßstabs und seiner Kontur in das Stadtbild des Viertels ein. Auch die helle Metallhülle korrespondiert farblich mit den benachbarten Fassaden, ebenso wie der Rhythmus der großen Fenstertüren. Als homogene Haut überzieht die Aluminiumbekleidung die Straßenfassade vom Sockel bis zum Dach. Den vertikalen Paneelen aus extrudierten Aluminiumblechen sind Schiebeelemente mit drehbaren Aluminiumlamellen vorgesetzt, die als Sonnen- und Sichtschutz fungieren und von den Bewohnern individuell eingestellt werden können. Das Wechselspiel der beweglichen Elemente und der unterschiedlichen Position der Lamellen belebt das Fassadenbild. Der Neubau greift die Typologie Pariser Mietshäuser auf - mit einem Laden im Erdgeschoss und den darüber liegenden Wohnetagen, deren beiden oberste in der Dachschräge integriert sind - und variiert sie mit einer auf den Kontext angepassten Erschließung: Da die Ostseite zu den lärmintensiven Gleissträngen orientiert ist, verläuft hier ein Laubengang, der die jeweils zwei Wohnungen pro Etage mit der freistehenden, offenen Außentreppe verbindet. Diese kostengünstige Stahltreppe führt vom Gartenhof nach oben und ist wie der Laubengang von einem Edelstahlnetz umhüllt, das gleichzeitig als Absturzsicherung dient. Jede der 1- bis 4-Zimmer-Wohnungen verfügt über einen südseitigen Balkon. Die auskragenden Stahlkonstruktionen verleihen dem Gebäude Leichtigkeit und bilden einen Kontrast zu den verputzten Betonwänden und glatten Aluminiumpaneelen der hofseitigen Fassaden. Die Innenräume sind geprägt von der Lichtfülle der großen Fenstertüren, den weißen Decken- und Wandflächen und dem Sichtbeton der Giebelwände.
