»Kinder an die Macht« könnte das Motto dieser zweiten »Kinderkunsthal« im Museumspark lauten. Schon in der Wettbewerbsjury saßen Kinder, um selbst über ihr Hauptquartier in Rotterdam, Kulturhauptstadt 2001, mitzubestimmen. Für fünf Jahre reicht die Finanzierung des provisorischen Gebäudes auf der tristen Asphaltfläche, dann wird die in vorgefertigten Elementen erstellte Konstruktion demontiert und von der Herstellerfirma für andere Verwendungszwecke zurückgekauft. Bis dahin dürfen die Kinder in ihrer »Villa Zebra« malen, basteln, kochen, Theater spielen und den Umgang mit Computern lernen. Auf die Dachterrasse gelangt man über eine schmale Rampe oder breite Sitzstufen. Durch Kunststoffoberlichtbänder fällt weiches Licht in die Innenräume, die durch naturbelassene OSB-Platten eine warme Atmosphäre erhalten. Transparente Polycarbonat-Wellplatten bilden eine entmaterialisierte Hülle mit sich ständig verändernder Wirkung. Bei trübem Wetter bekommt die Fassade einen silbrig pastellfarbenen Glanz, bei Sonne überstrahlt das Rot einer perforierten Folie die Wellenstruktur, nachts verwandelt blaues »Neonlicht« das Gebäude in eine unnahbar glitzernde Skulptur im Park. Den Abschluss des 78 Meter langen Baukörpers bildet eine zur Platzfläche hochgeklappte Rückwand, als großmaßstäbliches Schwarzes Brett für Plakate.
