Das »Hipódromo de la Condesa« entstand in den 1920er-Jahren als bürgerlicher Vorort von Mexico-City. Herzstück des Viertels ist eine Rennbahn mit Park. Ein Künstlerpaar verwandelte den dort angrenzenden Altbau, der bis zum Erdbeben 1985 als Bäckerei genutzt wurde, in ein Kunstzentrum für Ausstellungen und Veranstaltungen. Der rege Austausch zwischen mexikanischer und österreichischer Kunstszene führte auch zur Zusammenarbeit mit dem Architekten Kurt Sattler. Die Bauherren beauftragten ihn mit einem neuen Dachaufbau als zeitweiligen Wohnsitz. Deutlich vom Altbau abgesetzt, faltet sich der Aufbau origamiartig in die Höhe und mündet schließlich in einer Aussichtsplattform und dem Einschnitt des rosaroten Patios. In Referenz an die Altstadt sind alle Böden in ortstypischem dunkelgrauen Marmor ausgeführt, während die bewegte Dachfläche aus acrylgebundenem Mineralwerkstoff wie ein Fremdkörper wirkt. Die lokalen Architekten von at.103 brachten bereits Erfahrung mit diesem Material mit. Da der Einsatz als Dachbelag jedoch ein Novum darstellte, wurde zur Sicherheit eine zweite Entwässerungsebene eingeführt, darauf lagern Aluminiumprofile, auf die dann die Platten mit Silikonbändern geklebt wurden. Die kurzen Paneelseiten wurden verschweißt und geschliffen, während längs eine PU-Dichtung die Platten verbindet.
